Basel um 1500

Autorin: Katharina Wenger

Lernziele

Umbrüche und Veränderungen kennzeichnen die Zeit um 1500. Im Rückblick setzen wir hier das Ende des Mittelalters und den Beginn der Neuzeit an. In diesem Spannungsfeld zwischen Alt und Neu ist auch die Unterrichtseinheit «Basel um 1500» angelegt.
Unter dem Blickpunkt des Wandels werden zeittypische Themen wie etwa die Reformation oder das Zunftwesen auf einer lokalhistorischen Ebene behandelt. Gleichzeitig werden mit den Themeneinheiten zur Rheinschifffahrt und zum Basler Stadtbild zwei Konstanten in dieser Zeit des Umbruchs berücksichtigt.
Über die geographische Nähe wird damit der Versuch gemacht, den Schülerinnen und Schülern einen Zugang zur Zeit um 1500 zu eröffnen.

Wie sah Basel um 1500 aus? Welche Bauwerke gab es und welche Bedeutung hatten sie? Diesen Fragen widmet sich das Kapitel «Stadtbild». Seit dem Bau der zweiten Stadtmauer und dem Erwerb Kleinbasels im 14. Jh. veränderte sich Basel in Aussehen und Ausdehnung nur wenig. Bis heute sind mittelalterliche Spuren in der Basler Innerstadt präsent, sei es in Form von Kirchen oder Häusern, oder in breiten Strassenzügen, die bei Abbruch der Stadtmauer im 19. Jahrhundert entstanden.

Um 1500 setzten sich in Basel die Zünfte gegen die Herrschaft des Fürstbischofs und die von ihm eingesetzten adligen Familien und Achtburger (Personen mit besonders viel Vermögen) durch. Das Kapitel beleuchtet, welche Zünfte es gab, wie sie organisiert waren und welche Rechte und Pflichten die Zünftler hatten.

Mit der Basler «Aussenpolitik» und den politischen Verhältnissen Mitteleuropas um 1500 beschäftigt sich dieses Kapitel. Im Zentrum steht Basels Beitritt zur Eidgenossenschaft im Jahr 1501. Wie dieser Beitritt ablief und was Kaiser Maximilian I. von Habsburg damit zu tun hatte, erfahren die Schülerinnen und Schüler hier.

Unter dem Begriff «Humanismus» werden die neuen Ideen und geistigen Strömungen zusammengefasst, die um 1500 Europas intellektuelle Elite prägten. Für ihre Verbreitung war die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern bahnbrechend. Der erste Schwerpunkt dieses Kapitels widmet sich dem Buchdruckprozess und der Einschätzung dieser Neuerung.
Der zweite Schwerpunkt liegt auf der Biographie des Humanisten Erasmus von Rotterdam. Er lebte auch in Basel und fand hier Gleichgesinnte, Freunde und Anhänger. Seine Schriften wurden hier geschrieben, gedruckt und gelesen.

Zu den wichtigsten Einschnitten Anfang des 16. Jahrhunderts gehört die Reformation der Kirche. Am Beispiel Basel werden die Auseinandersetzungen zwischen 1520 und 1529 und die Herausbildung einer strengen Kirchenordnung fassbar.

Der Rhein und seine Zuflüsse boten Basel nicht nur Trinkwasser, Fische, Wasser für Gerbereien und zur Papierherstellung, sondern für Markt und Handelsplatz auch ein hervorragendes Transportmittel. Wie die Rheinschifffahrt um 1500 funktionierte und welche Bedeutung sie auch im 21. Jahrhundert noch hat, wird in diesem Kapitel thematisiert.

In diesem Kapitel sollen vor allem die Lokalkenntnisse der Schülerinnen und Schüler aktiviert werden. Denn der mittelalterliche Stadtkern hat sich über die Jahrhunderte nicht grundlegend verändert. Im Fokus steht dabei die Stadtmauer und ihre Bedeutung, mit dem Ziel, dass sich Schülerinnen und Schüler ansatzweise eine eigene Vorstellung Basels Ausdehnung und Aussehen um 1500 machen können.

Kapitel 1: Ideale Stadt

Die Schüler/-innen arbeiten mit einer Bildquelle, einem Blatt aus der so genannten «Schedelschen Weltchronik» oder «Nürnberger Chronik» aus dem Jahr 1493. Trotz (oder wegen) der idealisierter Darstellung ist die Stadt gut erkennbar, so dass die Schüler/innen Unbekanntes und Bekanntes ausmachen können.

Kapitel 2: Bauwerke

Der Darstellungstext bietet einen Überblick über Basels wichtigste Bauwerke um 1500 und ihre Bedeutung. Er nimmt Bezug auf die Urbanisierung Europas im Mittelalter, zudem werden Erkenntnisse aus Kapitel 9.1.1 zusammengefasst und auf 9.1.3 vorbereitet. In einer gegenseitigen Befragung sollen die Schüler/-innen ihr Wissen aus dem Text überprüfen.

Kapitel 3: Grösse und Aussehen

Um eine Vorstellung Basels Grösse und Aussehen um 1500 zu erhalten, setzten sich die Schüler/-innen in Partnerarbeit mit einem heutigen Stadtplan auseinander. (Eine gewisse Erfahrung im Umgang mit Stadtplänen ist erforderlich.) Sie werden durch einen Text den beiden Mauerringen entlang geführt, die es einzuzeichnen gilt. Sie erkennen dabei, dass die heutige Stadt bis ins Mittelalter zurückverfolgt werden kann.

Kapitel 4: Stadttore

Die Schüler/-innen erschliessen aus Textquellen aus dem Jahr 1811, welche Probleme mit der Schliessung der Stadtore über Nacht verbunden waren. Sie erkennen dabei, dass sich Vorstellung und Bedürfnisse der Stadtbewohner/-innen im Vergleich zu 1500 grundlegend geändert hatten.  

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts bildete sich in Basel die Zunftherrschaft aus. Im Jahr 1516 wurde mit Jakob Meyer von Hasen der erste Zünftler zum Bürgermeister ernannt, im Jahr 1521 sagte sich Kleine Rat einseitig von der bischöflichen Herrschaft los und löste sich aus der Vormachtstellung der «Hohen Stube», der Organisation alteingesessener Patrizier. Doch diese Umbrüche gingen auf eine Entwicklung zurück, die, zumindest im Rückblick, schon im 13. Jahrhundert eingesetzt hatte.

Im Vordergrund dieses Kapitels stehen die Zünfte. Was waren die Aufgaben der Zünfte, wie waren sie organisiert und welche Auswirkungen hatten die Zünfte auf das Leben in Basel?

Kapitel 1: Kürschnerzunft

Der Stiftungsbrief der Kürschnerzunft aus dem Jahr 1226 ist der älteste bekannte und erhaltene Zunftbrief der Schweiz. Es handelt sich hier um eine «klassische» Quellenlektüre mit Fragen an die Quelle.Zusätzlich bietet ein Lehrerinfoblatt einen kurzen Überblick über die politischen Veränderungen in Basel zwischen dem 13. und dem 16. Jahrhundert, das unter Umständen auch an Schülerinnen und Schüler abgegeben werden kann.

Kapitel 2: Dossier

Das Dossier zu den Zünften ist als grössere eigenständige Arbeit für Schülerinnen und Schüler gedacht. Sie eignen sich damit grundlegendes Wissen über die Basler Zünfte und das Zunftleben an.

Kapitel 3: Rollenspiel

Das Wissen aus dem Dossier wenden die Schülerinnen und Schüler in einem Rollenspiel an. In Gruppen erhalten sie Angaben zu einer Szene, die sie jeweils der restlichen Klasse vorführen sollen, um den Zunftalltag etwas fassbarer zu machen. Die Zuschauerinnen und Zuschauer lösen dazu kleine Beobachtungsaufgaben. Je nach Zeit und Interesse sind verschiedene Varianten der Vorbereitung und Umsetzung möglich.

Basels Beitritt zur Eidgenossenschaft im Jahr 1501 fand im Zeichen der Veränderungen innerhalb des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation statt: die zunehmende Verfestigung von Territorien mit entsprechenden Grenzziehungen und -konflikten, die Bildung von Söldnerarmeen und die damit verbundene Gefahr für reichsfreie Städte.Neben dem Alten Zürichkrieg (1444-1450, Schlacht bei St. Jakob) und dem europaweit bedeutsamen Burgunderkrieg (1474-1477, Schlacht bei Murten) band vor allem der so genannte Schwabenkrieg (1498/99) der die Stadt Basel enger an die Eidgenossenschaft. Sie wollte einen starken militärischen Partner gewinnen.

Kapitel 1: Heinrichstag

Was geschah am Heinrichstag 1501? Anhand einer zeitgenössischen Textquelle erfahren Schülerinnen und Schüler wie der Beitritt Basels zur Eidgenossenschaft ablief. Dazu müssen sie zuerst die frühneuhochdeutsche Quelle in heutiges Deutsch übertragen.

Kapitel 2: Schwabenkrieg

Der Schwabenkrieg von 1498/99 ist Thema dieser anspruchsvollen Arbeitsblätter. Mit Hilfe einer Karte erfahren Schülerinnen und Schüler über die politische Ausgangslage, wer sich am Krieg beteiligte und wo er ungefähr verlief. Sie erhalten Einblick in ein Europa, in dem die Aufteilung des Bodens wie wir es heute kennen, erst allmählich begann.

Kapitel 3: Wappentafel

Zum Abschluss des Themas wird die Arbeit mit einer Bildquelle vorgeschlagen. Es handelt sich um eine Wappentafel aus dem Jahr 1515, der die dreizehnörtige Eidgenossenschaft zeigt, vereinigt unter dem Wappen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

Betrachtet man Umbrüche und Veränderungen im 15. und 16. Jahrhundert, so muss man auch geistige Entwicklungen miteinbeziehen. Unter dem Titel Humanismus werden in diesem Kapitel zwei Themen beleuchtet: Zum einen die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern, den Vorgang des Buchdrucks und seine kulturell-gesellschaftliche Bedeutung. Zum andern Erasmus von Rotterdam, den prominenten und in Basel sehr präsenten Humanisten.

Kapitel 1: Buchdruck

Auch wenn das «Ende des Buches» regelmässig beschrieben wird, noch nie haben die Menschen soviel gelesen wie heute. Zeitungen, Zeitschriften, Bücher und Blätter, ständig sind wir von Druckerzeugnissen aller Art umgeben. So liegt es nahe, als Einstieg in den Buchdruck einen Gegenwartsbezug herzustellen, der gleichzeitig auf die lange Tradition der «Schwarzen Kunst» verweist. Deshalb hier ein kleines Fotorätsel für die Klasse.

Kapitel 2: Totentanz

Wie wurde ein Buch um 1500 hergestellt?  Die Schüler/-innen werden sich anhand einer zeitgenössischen Darstellung (Totentanz) und eines Textes über die notwendigen Arbeitsschritte klar. Sie lernen zudem verschiedene Begriffe aus der Welt des Buchdrucks kennen.

Kapitel 3: Einschätzung 15 Jh.

Wie wurde die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern damals wahrgenommen? Eine positive und eine negative Einschätzung aus dem 15. Jahrhundert bilden hier den Inhalt eines Arbeitsblattes.

Kapitel 4: Einschätzung heute

Eine Ergänzung zur zeitgenössischen Einschätzung des Buchdrucks ist hier für leistungsfähige Klassen vorgesehen. Anhand einzelner Begriffe wird die Bedeutung des Buchdrucks im Rückblick ermittelt und die Frage eröffnet, ob das Buch auch heute noch zentrales Leitmedium ist.

Kapitel 5: Erasmus

Der Humanist Erasmus von Rotterdam hat lange in Basel gelebt und gearbeitet, seine wichtigsten Schriften wurden hier verlegt. Schon zu seinen Lebzeiten war der Gelehrte berühmt, was auch in vielen Porträts Ausdruck fand. So haben u.a. Holbein d. J. und Dürer Erasmus im Bild festgehalten.  Eine dieser Darstellungen wird hier zur Vorbereitung auf das Erasmus-Gruppenpuzzle 9.4.6 präsentiert.

Kapitel 6: Erasmus Gruppenpuzzle

Wer war Erasmus von Rotterdam? Dieser Frage spürt die Klasse in einem Gruppenpuzzle nach. Ziel ist es, einen gemeinsamen Lexikoneintrag mit den wichtigsten Informationen über Erasmus zu erstellen.

Wie viele andere kulturellen Zentren wurde auch Basel Anfang des 16. Jahrhunderts von den kirchlichen Problemen und Reformen jener Zeit erfasst. Als Universitätsstadt, Ort humanistischer Bildung und Zentrum des Buchdrucks bot Basel einen fruchtbaren Boden für die intellektuelle Auseinandersetzung in Glaubensfragen. Ab etwa 1520 wurde in verschiedenen Kirchen auf reformierte Art gepredigt, die Lehren Luthers und Zwinglis fanden schnell Verbreitung in der Bevölkerung. In der Stadt spaltete sich die  Einwohnerschaft schon bald in ein «altgäubiges» und in ein «neugläubiges» Lager, die sich feindlich gegenüber standen. Dabei spielten auch soziale Probleme und wirtschaftliche Interessen eine zentrale Rolle.

Kapitel 1: Oekolampad

Oekolampad war einer der Reformatoren Basels. Als Leutpriester in der Kirche St.Martin predigte er in neuer Form das Evangelium. Aus seiner Sicht erfahren die Schülerinnen und Schüler etwas über die Missstände in der Kirche jener Zeit und erhalten gleichzeitig Informationen zur Person dieses Theologen.

Kapitel 2: Verlauf der Reformation

Ein Textblatt informiert kurz über den Verlauf der Reformation in Basel. Es kann gut mit der Klasse gelesen werden oder auch in einem Lehrervortrag Verwendung finden

Kapitel 3: Quellenlektüre

Im Zentrum des Kapitels Reformation steht eine ausführliche Quellenlektüre in Gruppen. Aus der beachtlichen Anzahl gut erhaltener Quellen zur Basler Reformation wurden hier fünf ausgewählt, die dem Verlauf der Reformation folgen. Dabei wird ersichtlich, dass nicht nur der Glaube, sondern wirtschaftliche Fragen eine Rolle spielten. Insbesondere der Reichtum der Basler Kirchen und Klöster wird mehrfach thematisiert.

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